Chronik

„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“,
das war am 22. Juli 1928 der Wahlspruch für 42 Männer, als sie sich zusammenschlossen, um die Feuerwehr Schöndorf zu gründen. Vorsitzend bei dieser Gründungsversammlung war der damalige Bürgermeister des Amtes Irsch-Schöndorf Herr Zimmer. Ihm zur Seite standen sein Amtssekretär Schmitt und der Ortsbürgermeister Theis. Herr Matthias Peters wurde zum Brandmeister gewählt. Zur Brandbekämpfung stand damals eine handbetriebene, fahrbare Hochdruckpumpe zur Verfügung, die unter Zuhilfenahme von Ledereimern mit Wasser befüllt wurde.

Durch hohe Einsatzbereitschaft, Disziplin und treue Pflichterfüllung hatte die Wehr innerhalb kurzer Zeit einen Ausbildungsstand erreicht, der sie in die Lage versetzte, den auftretenden Gefahren zu begegnen. Dies konnte in zahlreichen Einsätzen unter Beweis gestellt werden.

Der inzwischen zum Oberbrandmeister beförderte Peters schied 1938 wegen Erreichens der Altersgrenze aus dem Amt. Als sein Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Herr Matthias Werhan ernannt, der die Wehr bis zum Ende des Krieges im Jahre 1945 führte.

Nach dem Kriegsende wurde durch die französische Militärregierung angeordnet, dass die Wehr nur noch aus 9 Wehrmännern bestehen darf. Als diese Verordnung im April des Jahres 1950 wieder aufgehoben und die Feuerwehr erneut ins Leben gerufen wurde, führte Herr Stefan Peters die Feuerwehr bis zum Mai 1955. Mitte der 60er Jahre wurde der Feuerwehr ein handbetriebener Gerätewagen mit Leitern, Schläuchen und Wasserarmaturen zur Verfügung gestellt. Etwa 10 Jahre später wurde der Gerätewagen durch eine motorbetriebene Tragkraftspritze mit einem Tragkraftspritzenanhänger (der beispielsweise mit einem Traktor zu ziehen war) ersetzt. Die vorhandene Ausrüstung wurde im Jahre 1967 durch das erste Feuerwehrfahrzeug in der Gemeinde Schöndorf wesentlich ergänzt. Hierbei handelte es sich um ein Tragkraftspritzenfahrzeug von VW.

Zum Nachfolger von Herrn Peters wurde Nikolaus Weber bestellt, der bis Anfang 1969 der Wehr vorstand, bevor er aus Altersgründen abdankte und sein Amt an den bisherigen Stellvertreter Stefan Edlinger übergab. Herrn Edlinger war nur eine sehr kurze Amtszeit beschieden, im Februar 1970 musste er sein Amt krankheitsbedingt niederlegen. Zu seinem Nachfolger wurde Karl Rauls gewählt. Mit diesem Wechsel in der Führung der Feuerwehr Schöndorf vollzog sich auch ein Generationswechsel in den Reihen der Aktiven.

Bedingt durch die räumliche Enge wurde im Jahr 1971 mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses am heutigen Standort in der Ringstrasse begonnen. Zu diesem Zeitpunkt lag die Trägerschaft der Feuerwehren noch bei den Ortsgemeinden. Im Frühjahr 1972 erfolgte dann der Umzug aus der alten Unterkunft an der Schule ins neue Gerätehaus.

Im Jahr 1974 kam es durch die Reformen der Gebietskörperschaft zur Übernahme der Trägerschaft durch die Verbandsgemeinde Ruwer. Durch weitere Ausbildung der Feuerwehren, die ab 1976 auch auf Kreisebene durchgeführt wurde, konnte der Leistungsstand weiter verbessert werden.

An den Pfingsttagen des Jahres 1978 wurde das 50jährige Jubiläum in Verbindung mit den Verbandsfeuerwehrtagen gefeiert.

Karl Rauls übergab das Amt des Wehrführers im Frühjahr 1981 an Werner Poth, der die Ausbildung „seiner“ Mannschaft kontinuierlich fortführte.

Als Konsequenz der weiter gestiegenen Anforderungen an die Schöndorfer Wehr wurde 1984 ein Tanklöschfahrzeug 8/18 in Dienst gestellt. Seit diesem Zeitpunkt werden auch umluftunabhängige Atemschutzgeräte vorgehalten, ohne die viele heutige Einsätze undenkbar sind.

Anno 1987 stellte Werner Poth das Amt des Wehrführers zur Verfügung. Als sein Nachfolger trat Fritz Weber an, der die Wehr bis zum heutigen Tag führt.

Um im oberen Bereich der Verbandsgemeinde Ruwer schnellere Einsatzzeiten bei der Technischen Hilfeleistung zu gewährleisten, wurde 1990 ein Unfallhilfswagen übernommen. Diese Übernahme führte zu einer Änderung der Struktur der Feuerwehr Schöndorf. Es wurde zum einen mehr Platz für die Fahrzeuge erforderlich, deshalb wurde das Gerätehaus um zwei Einstellboxen, sowie Schulungs- und Sozialräume erweitert. Die Feuerwehr erbrachte hierzu Eigenleistungen in Höhe von 50.000 DM. Zum anderen ist Schöndorf seit diesem Zeitpunkt Stützpunktfeuerwehr und somit auch überörtlich für den Brandschutz und die Technische Hilfe zuständig. Hierbei deckt sie den flächenmässig grössten Bereich in der Verbandsgemeinde und ist in einem Gebiet mit etwa 7.000 Einwohnern tätig. Weiterhin wurde eine Bereitschaft eingerichtet, dass bedeutet, dass ständig 10 Personen über Funkmeldeempfänger alarmiert werden können.

Bedingt durch das neue Aufgabenspektrum wurde auch an die Zukunft der Wehr gedacht. Aus diesem Grund wurde am 1. Juni 1990 die Jugendfeuerwehr (Jfw) Schöndorf gegründet. Hierzu fanden sich 12 Jugendliche, die ersten Jugendwarte Rudolf Faß und Franz-Josef Raul, sowie der Wehrführer Fritz Weber im Feuerwehrhaus ein. Bis zum heutigen Tag konnten 17 Mitglieder der Jfw in den aktiven Einsatzdienst übernommen werden. Rückblickend lässt sich sagen, dass die Arbeit der Jfw sehr erfolgreich war, was sich an der Übernahme der Mitglieder in den Einsatzdienst und die vielen Wettkämpfe (oftmals mit Platzierungen im oberen Bereich) belegen lässt.

Nach Auflösung der Romika-Werksfeuerwehr im Jahre 1992 übernahm die Schöndorfer Wehr ein Tragkraftspritzenfahrzeug, eine Anhängeleiter 16/4 und einen Schlauchanhänger.

Das Amt des Jugendwartes wurde von Rudolf Faß im Jahre 1995 zur Verfügung gestellt, sein Nachfolger wurde Thomas Wirtz, der 1997 durch Bruno Meyers abgelöst wurde.

Zur Unterstützung der Aktivitäten und Förderung des Vereinsgedankens wurde 1996 der Förderverein der Feuerwehr Schöndorf e.V. gegründet, der aktuell 115 Mitglieder hat.

Aufgrund des Alters und des schlechten technischen Zustandes war 1999 eine Neuanschaffung für den Unfallhilfswagen unvermeidbar. Als Ersatz wurde ein Löschgruppenfahrzeug 8/6 in Dienst gestellt, welches zusätzlich über eine Beladung zur Technischen Hilfeleistungen verfügt.

Im Jahr 2000 wurde das 10jährige Gründungsfest der Jugendfeuerwehr in Verbindung mit einem Wettkampf gebührend gefeiert.

Durch einige Kameraden wurde im Jahr 2001 ein Anhänger in Eigenleistung umgebaut, auf dem Einsatzmaterial mitgeführt werden kann, dass vorher auf dem Unfallhilfswagen untergebracht war, was den Einsatzwert der Schöndorfer Wehr weiter steigert. In diesem Jahr übernahm auch Achim Marx die Führung der Jfw von Bruno Meyers.

Das alte TSF, das die Schöndorfer Feuerwehr von der aufgelösten Werksfeuerwehr der Romika in Gusterath-Tal übernommen hatte, wurde im Jahr 2005 durch ein Mannschaftstransportfahrzeug mit Ladepritsche (MTF-L) ersetzt. Auf diesem werden Unterbaumaterialien mitgeführt, die im Falle eines technischen Hilfeeinsatzes benötigt werden können.

Im Jahr 2010 wurde das 20-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Schöndorf mit einem 2-tägigen Fest gefeiert.

Mittlerweile wird die Jugendfeuerwehr Schöndorf vom Jugendwart Markus Gehlen in Zusammenarbeit mit der Kameradin Anne Meier betreut.

Momentan sind 24 Personen im aktiven Einsatzdienst, 3 in der Altersabteilung und 18 in der Jugendfeuerwehr tätig.

Am 30. März 2012 wurde Thomas Raul einstimmig als neuer Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schöndorf gewählt. Als sein Stellvertreter wurde Christoph Weber ebenfalls einstimmig gewählt.